100 Jahre alt

Am 4. Dezember vor 100 Jahren wurde die Stephanuskirche eingeweiht. Zur Weihe kamen Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste. Sie schenkte der Gemeinde eine Altarbibel, die heute in der Vitrine im Eingangsbereich zu sehen ist. Damals war der Wedding ein Arbeiterbezirk. Auguste gab der Kirche ihren Namen, weil Stephanus ein Helfer der Armen und Bedrängten war. Die Gemeinde sollte, so wie er, der hart um ihr Brot kämpfenden Bevölkerung in ihrer Not helfen.
 
Aus dieser Zeit ist vieles erhalten geblieben. Matthias von Hoff hat für Sie in der Kirche fotografiert. ->
Magische Kirchenästhetik: Fotoshow
 
Kiez-Wahrzeichen
Heute ist die Kirche eines der Wahrzeichen im Kiez. Der 80 Meter hohe Turm ragt an der Prinzenallee, Ecke Soldiner Straße in den Himmel. Die Gemeinde zählt etwa 2500 Mitglieder, das sind ungefähr 20 Prozent der Bevölkerung. Auch heute noch fungiert die Kirche ein wenig als Retterin in der Lebensnot: Viele Menschen im Kiez sind arbeitslos und leben von Sozialhilfe. Die Gemeinde übernimmt seelsorgerische und diakonische Aufgaben. Sie führt eine Kindertagesstätte mit 80 Plätzen und konzentriert sich auch auf die Arbeit mit Senioren.

Lebensgroße Statuen
1000 Sitzplätze gibt es, 700 davon im Kirchenschiff, über dem ein riesiger schmiedeeiserner Kronleuchter hängt. Er hat einen Durchmesser von acht Metern und trägt 100 Lichter. An den Säulen des Kirchenschiffs stehen von Edmund Wende geschaffene lebensgroße Statuen: Paulus, Verkünder des Evangeliums, Petrus, Hüter des Schlüssels zum Himmelsreich, Bonifatius, Apostel der Deutschen und Begründer der ersten Schule auf deutschem Boden, Martin Luther, Reformator und Bibelübersetzer, Johannes Hus, ein Vorläufer der Reformation, der wegen seiner Kritik an der Kirche hingerichtet wurde, und Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, der sich für die Einheit der protestantischen Glaubensrichtungen einsetzte.

Im Altarraum fällt der Sandsteinaltar ins Auge, auf dem die einer Statue des dänischen Bildhauers Berthel Thorwaldsen nachempfundene segnende Christusfigur steht. Ein weiteres Highlight ist die Orgel. Sie ist die einzige in Berlin, die noch von der bekannten schlesischen Orgelbaufirma Schlag & Söhne existiert.

Erst im September wurden zwei noch aus der Gründungszeit stammende Wandbilder restauriert. Sie waren im 2. Weltkrieg beschädigt und später übermalt worden. Mit dieser Restaurierung erlangte die Kirche wieder ein Stück mehr das Aussehen, das Architekt Adolf Bürckner bis 1904 schuf.
 

Festprogramm:

Donnerstag, 2.12.2004: 19.00 Uhr Podiumsdiskussion
–Suchet der Stadt Bestes (Jeremia 29,7) – Normen und Werte in unserem Kiez–
Zugesagt haben Bezirksbürgermeister Zeller, Quartiersmanager Fischer und Superintendent Kirchner Umrahmt wird die Diskussion vom Gospelchor –Ton in Ton– aus Reinickendorf.

Freitag, 3.12.2004: 15.00-18.00 Uhr Kinderfest
19.00 Uhr Orgelkonzert mit Herrn Seitz (Nazareth-Gemeinde)

Sonnabend, 4.12.2004: 10.00 Uhr Tombola zugunsten der Restaurierung von Wandbildern. Preise sind u.a. Übernachtungsgutscheine in guten Hotels, Rundflüge über Berlin sowie viele weitere Überraschungen
16.00 Uhr Konzert sämtlicher Musikkreise der Gemeinde
19.00 Uhr Kabarett

Sonntag, 5.12.2004: 14.00 Uhr Festgottesdienst mit Generalsuperintendent Passauer
Anschließend Grußwortrunde
19.00 Uhr Orgelkonzert mit Prof. Bonhoff
 
Sonnabend, 18.12.2004: 12.00-18.00 Uhr Weihnachtsmarkt
19.00 Uhr Weihnachtsoratorium (J.S. Bach), Karten zum Preis von 8 €, ermäßigt 5 € im Gemeindebüro Kontakt zur Stephanus-Gemeinde: Tel. 493 26 13

ka/glatter Fotos: Matthias von Hoff/QM