Besser in Bio und Mathe
2006 startet das Sprachförderprojekt "Sprint" an Schulen im Soldiner Kiez. Jugendliche Migranten sollen die deutsche Sprache besser beherrschen lernen. Das in den Schulen durchgeführte Förderunterrichtsprojekt wendet sich an Kinder und Jugendliche ab der 5. Klasse. "Ab da fängt die Fachsprache im Unterricht an", sagt Herbert Weber, Koordinator des Projekts. "Die Schüler können sich zwar über Alltagsthemen unterhalten, aber historische Texte zu lesen oder Mathe-Textaufgaben zu lösen, fällt ihnen schwer." Teil eins des Problems sei es, die Aufgabe überhaupt zu verstehen. Teil zwei, sie dann zu beantworten. (Foto: v.l. Mike Nové, Leiter der DaZ Lehr-undLernwerkstatt, Doreen Barzel, Programmkoordinatorin der Stiftung Mercator in Essen, Reinhard Fischer, Quartiersmanager im Gebiet Soldiner Straße, Journalistin)
Wenige Ansätze zum Lernen von Fachsprache
Laut Weber gibt es bisher nur wenige Ansätze, die die fachlichen und sprachlichen Schwierigkeiten der Schüler gemeinsam zu lösen versuchen. Hier setzt "Sprint" an. Genau wie in bereits 27 anderen Projekten, in denen bundesweit etwa 5000 Schüler Nachhilfe bekommen, sollen ab Februar Studenten die Jugendlichen fördern. Sie gehen an neun Grund- und Oberschulen im Wedding und bieten dort wöchentlich vier Stunden Nachhilfe nach dem Unterricht an. Ein Team aus zwei Studierenden kümmert sich dabei um eine Gruppe von zehn bis zwölf Schülern.
Wenige Ansätze zum Lernen von Fachsprache
Laut Weber gibt es bisher nur wenige Ansätze, die die fachlichen und sprachlichen Schwierigkeiten der Schüler gemeinsam zu lösen versuchen. Hier setzt "Sprint" an. Genau wie in bereits 27 anderen Projekten, in denen bundesweit etwa 5000 Schüler Nachhilfe bekommen, sollen ab Februar Studenten die Jugendlichen fördern. Sie gehen an neun Grund- und Oberschulen im Wedding und bieten dort wöchentlich vier Stunden Nachhilfe nach dem Unterricht an. Ein Team aus zwei Studierenden kümmert sich dabei um eine Gruppe von zehn bis zwölf Schülern.
Qualifizierung für Studenten
So hakt auch der zweite Aspekt des Projekts ein: Lehramtsstudenten werden zusätzlich qualifiziert. "Berlin hat mit die schlechtesten Sozialdaten bundesweit", sagt Weber. "In einem Rundschreiben der Senatsverwaltung von 1998 steht daher, dass Deutsch als Zweitsprache (DaZ) zur Ausbildung eines jeden Fachlehrers gehören sollte." Die Realität sieht aber ganz anders aus. "Kaum ein Fachlehrer ist für DaZ qualifiziert." 660 Lehrerstellen für Deutsch als Zweitsprache gebe es in Berlin. Auf den ersten Blick sind das viele. Aber oft fallen diese Stellen weg, wenn zum Beispiel Klassen geteilt werden. (Foto: Studenten Svenje Marten und Sven Greschbach)
22 ausgebildete Nachhilfelehrer
Die Studenten, die bei "Sprint" unterrichten, erlangen daher eine zusätzliche Qualifikation, die sie sonst im Studium nicht mitnehmen würden. Seit November sind die ersten 22 von ihnen in der DaZ Lehr- und Lernwerkstatt ausgebildet worden. Jetzt warten sie auf den ersten Einsatz. Sven Greschbach wird an der Willy-Brandt-Gesamtschule im Wedding Nachhilfe geben. "Ich freue mich schon riesig", sagt der 25-jährige Lehramtsstudent. "Wenn ich in Berlin unterrichten will, dann brauche ich diese Erfahrung ganz bestimmt.
So hakt auch der zweite Aspekt des Projekts ein: Lehramtsstudenten werden zusätzlich qualifiziert. "Berlin hat mit die schlechtesten Sozialdaten bundesweit", sagt Weber. "In einem Rundschreiben der Senatsverwaltung von 1998 steht daher, dass Deutsch als Zweitsprache (DaZ) zur Ausbildung eines jeden Fachlehrers gehören sollte." Die Realität sieht aber ganz anders aus. "Kaum ein Fachlehrer ist für DaZ qualifiziert." 660 Lehrerstellen für Deutsch als Zweitsprache gebe es in Berlin. Auf den ersten Blick sind das viele. Aber oft fallen diese Stellen weg, wenn zum Beispiel Klassen geteilt werden. (Foto: Studenten Svenje Marten und Sven Greschbach)
22 ausgebildete Nachhilfelehrer
Die Studenten, die bei "Sprint" unterrichten, erlangen daher eine zusätzliche Qualifikation, die sie sonst im Studium nicht mitnehmen würden. Seit November sind die ersten 22 von ihnen in der DaZ Lehr- und Lernwerkstatt ausgebildet worden. Jetzt warten sie auf den ersten Einsatz. Sven Greschbach wird an der Willy-Brandt-Gesamtschule im Wedding Nachhilfe geben. "Ich freue mich schon riesig", sagt der 25-jährige Lehramtsstudent. "Wenn ich in Berlin unterrichten will, dann brauche ich diese Erfahrung ganz bestimmt.
Wissenschaftliche Begleitung
Damit die Lehrerausbildung in Zukunft besser den Erfordernissen an Berlins multikulturellen Schulen entspricht, begleitet die Freie Universität Berlin (FU) das Projekt wissenschaftlich über drei Jahre hinweg. "Es soll uns Anreize liefern, um erfolgversprechende Elemente in die Ausbildung einzugliedern", sagt Andreas Boehme, Leiter des Fachbereichs Erziehungswissenschaften und Psychologie an der FU. Er ist auch für die Umstellung der Lehrerausbildung auf Bachelor- und Masterstudiengänge verantwortlich. (Foto: v.l. Herbert Weber, Projektleiter des Förderunterrichtsprojekts "Sprint", Britta Kollberg, Geschäftsführerin der RAA Berlin)
Für Schüler im "Mittelfeld"
Damit das Projekt funktioniert, läuft es nach einem bestimmten System und wendet sich an eine bestimmte Zielgruppe. "Wir wenden uns weder an die ganz benachteiligten noch an die ganz guten Schüler", sagt Weber. "Wir möchten die Schüler im Mittelfeld erreichen, diejenigen, die schon Leistungen bringen und die auch arbeiten wollen." Die Schüler werden von ihren Klassenlehrern empfohlen. "Das ist wie ein Stipendium", sagt Weber. "Eine kostenlose Nachhilfe, für die die Eltern anderswo bezahlen müssten."
Ziel: Ein besserer Abschluss
Ziel ist es, den Schülern zu einem besseren Abschluss zu verhelfen - und in manchen Fällen sogar überhaupt zu einem Abschluss. "Wenn es gelingt, dass zum Beispiel an der Wilhelm-Busch-Schule mehr Schülerinnen und Schüler als bisher den Hauptschulabschluss erhalten, dann wäre das ein Erfolg", erklärt Weber. Aber: Es soll nicht nur das Lernen im Vordergrund stehen. Spaß sollen die Schüler dabei auch haben. Deshalb wird es in der Werkstatt im Medienhof Film-, Computer-, Theater- und Zeitungsprojekte geben. "Alles Projekte, bei denen Sprache im Vordergrund steht, die aber auch Spaß machen sollen", sagt Weber.
Hoffnung auf Erfolg
Das "Sprint"-Projekt wird von der Stiftung Mercator aus Essen finanziert. Eine Kofinanzierung erhält RAA (Regionale Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule e. V.) als Träger aus dem Programm Soziale Stadt für die Quartiersmanagementgebiete Soldiner Straße und Pankstraße. Reinhard Fischer, vom Quartiersmanagement Soldiner Straße freut sich, dass "Sprint" überwiegend aus privaten Mitteln der Stiftung Mercator finanziert wird. "Bisher haben wir in Sprachförderprojekten Mittel aus dem Programm Soziale Stadt mit anderen öffentlichen Mitteln und ehrenamtlichen Engagement zusammen geführt. Das private finanzielle Engagement für Sprachförderung ist neu im Soldiner Kiez." Doreen Barzel von der Stiftung Mercator begleitet Förderprojekte in verschiedenen Bundesländern. Sie berichtet von positiven Erfahrungen aus Kommunen in Nordrhein-Westfalen, die mit dem Soldiner Kiez vergleichbar sind. "Ich bin optimistisch, dass das Projekt auch im Wedding ein Erfolg wird", sagt Fischer.
Noch freie Plätze
Sprint kooperiert im Wedding mit der Herbert-Hoover-Realschule, der Oberschule am Brunnenplatz, der Theodor-Plievier-Hauptschule, der Willy-Brandt-Gesamtschule, der Albert-Gutzmann-Oberschule, der Wilhelm-Busch-Oberschule sowie mit der Carl-Krämer-, Andersen- und Rudolf-Wissell-Grundschule.
Eltern oder Schüler, die nähere Informationen zu Förderplätzen an den genannten Schulen wünschen, wenden sich bitte an die RAA Berlin, Herrn Weber (Tel.: 030-24045-390 oder herbert.weber@raa-berlin.de). Interessierte Lehramtsstudierende können sich für einen neuen Qualifizierungsgang bewerben, der im Frühsommer 2006 beginnt.
Damit die Lehrerausbildung in Zukunft besser den Erfordernissen an Berlins multikulturellen Schulen entspricht, begleitet die Freie Universität Berlin (FU) das Projekt wissenschaftlich über drei Jahre hinweg. "Es soll uns Anreize liefern, um erfolgversprechende Elemente in die Ausbildung einzugliedern", sagt Andreas Boehme, Leiter des Fachbereichs Erziehungswissenschaften und Psychologie an der FU. Er ist auch für die Umstellung der Lehrerausbildung auf Bachelor- und Masterstudiengänge verantwortlich. (Foto: v.l. Herbert Weber, Projektleiter des Förderunterrichtsprojekts "Sprint", Britta Kollberg, Geschäftsführerin der RAA Berlin)
Für Schüler im "Mittelfeld"
Damit das Projekt funktioniert, läuft es nach einem bestimmten System und wendet sich an eine bestimmte Zielgruppe. "Wir wenden uns weder an die ganz benachteiligten noch an die ganz guten Schüler", sagt Weber. "Wir möchten die Schüler im Mittelfeld erreichen, diejenigen, die schon Leistungen bringen und die auch arbeiten wollen." Die Schüler werden von ihren Klassenlehrern empfohlen. "Das ist wie ein Stipendium", sagt Weber. "Eine kostenlose Nachhilfe, für die die Eltern anderswo bezahlen müssten."
Ziel: Ein besserer Abschluss
Ziel ist es, den Schülern zu einem besseren Abschluss zu verhelfen - und in manchen Fällen sogar überhaupt zu einem Abschluss. "Wenn es gelingt, dass zum Beispiel an der Wilhelm-Busch-Schule mehr Schülerinnen und Schüler als bisher den Hauptschulabschluss erhalten, dann wäre das ein Erfolg", erklärt Weber. Aber: Es soll nicht nur das Lernen im Vordergrund stehen. Spaß sollen die Schüler dabei auch haben. Deshalb wird es in der Werkstatt im Medienhof Film-, Computer-, Theater- und Zeitungsprojekte geben. "Alles Projekte, bei denen Sprache im Vordergrund steht, die aber auch Spaß machen sollen", sagt Weber.
Hoffnung auf Erfolg
Das "Sprint"-Projekt wird von der Stiftung Mercator aus Essen finanziert. Eine Kofinanzierung erhält RAA (Regionale Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule e. V.) als Träger aus dem Programm Soziale Stadt für die Quartiersmanagementgebiete Soldiner Straße und Pankstraße. Reinhard Fischer, vom Quartiersmanagement Soldiner Straße freut sich, dass "Sprint" überwiegend aus privaten Mitteln der Stiftung Mercator finanziert wird. "Bisher haben wir in Sprachförderprojekten Mittel aus dem Programm Soziale Stadt mit anderen öffentlichen Mitteln und ehrenamtlichen Engagement zusammen geführt. Das private finanzielle Engagement für Sprachförderung ist neu im Soldiner Kiez." Doreen Barzel von der Stiftung Mercator begleitet Förderprojekte in verschiedenen Bundesländern. Sie berichtet von positiven Erfahrungen aus Kommunen in Nordrhein-Westfalen, die mit dem Soldiner Kiez vergleichbar sind. "Ich bin optimistisch, dass das Projekt auch im Wedding ein Erfolg wird", sagt Fischer.
Noch freie Plätze
Sprint kooperiert im Wedding mit der Herbert-Hoover-Realschule, der Oberschule am Brunnenplatz, der Theodor-Plievier-Hauptschule, der Willy-Brandt-Gesamtschule, der Albert-Gutzmann-Oberschule, der Wilhelm-Busch-Oberschule sowie mit der Carl-Krämer-, Andersen- und Rudolf-Wissell-Grundschule.
Eltern oder Schüler, die nähere Informationen zu Förderplätzen an den genannten Schulen wünschen, wenden sich bitte an die RAA Berlin, Herrn Weber (Tel.: 030-24045-390 oder herbert.weber@raa-berlin.de). Interessierte Lehramtsstudierende können sich für einen neuen Qualifizierungsgang bewerben, der im Frühsommer 2006 beginnt.








