Die Bauwagen Kids: Spätsommer auf der Prinzenallee

Es ist drei Uhr nachmittags. Mustafa wartet schon ganz aufgeregt am Bauwagen. Endlich kommt Mäggie Hofmaier mit dem Schlüssel. Die Jungs wollen den Bauwagen, der auf dem Spielplatz Ecke Gotenburger Straße/Prinzenallee zum einen die Spielsachen lagert und zum anderen als Ort zum Basteln und für Diskussion dient, selber aufschließen. Das etwas veraltete Schloss veranlasst sie dazu, doch Mäggie Hofmaier um Hilfe zu bitten. (Foto: Mäggie Hofmaier inmitten der Bauwagen-Kids )

Skaten als eine neue Schwerpunktaktion
Als dann endlich die Tür geöffnet ist, stürmen sie den Wagen und stürzen sich auf die Skateboards. Die Sozialpädagogin hält sie zurück, denn als erstes muss die Fahrfläche gefegt und von Steinen befreit werden. Die Jungs machen sich an die Arbeit. Nach getaner Arbeit wird das restliche Equipment zum Skaten aufgebaut. Paul, einer der beiden freien Mitarbeiter, der Sozialpädagogik studiert, greift den Jungs unter die Arme. Nun kommen auch die Mädels auf den Spielplatz, greifen sich ein Skateboard oder ziehen sich in den Bauwagen zurück. (Foto: Skaten ist der Hit)


Unterschiedlichste Fähigkeiten gefragt
Nach einer halben Stunde sind alle mit Aktivitäten beschäftigt und Hofmaier findet Ruhe, sich ein wenig zu uns zu setzen und über sich und ihre Arbeit mit den Kindern zu erzählen. Sie empfindet den Spielplatz als einen geeigneten Ort für eine Bewegungstherapie, denn sie ist gelernte Ergotherapeutin. Später entschloss sie sich noch einmal Kulturwissenschaft zu studieren. Seit März 2003 arbeitet sie hier am Bauwagen, wo auch ihre Fähigkeiten als Tischlerin zum Tragen kommen. Damals wurde der Ausbau und die Pflege durch LOS-Fördergelder finanziert und danach konnte der Platz einmal wöchentlich von den Kindern genutzt werden. (Foto: Maggie Hofmaier mit studentischer Hilfskraft Paul)

 Respekt und persönliche Stärkung
Heute betreut Mäggie Hofmaier dreimal wöchentlich montags, mittwochs und freitags ab 15 Uhr die Kids des Soldiner Kiezes. "Ich möchte den Kindern Anreize geben, Möglichkeiten aufzeigen, ihre Freizeit zu gestalten.", sagt die engagierte Betreuerin. "Mir ist es wichtig, dass ich den Kindern vermitteln kann, Respekt voreinander zu haben." Bei der Frage nach ihrem schönsten Erlebnis meint sie nachdenklich: "Das Schönste war, als ein Kind, mit dem es eine Auseinandersetzung gab, doch wiedergekommen ist, und wir auf vernünftige Weise miteinander reden konnten." "Wenn die Kids in unserem Angebot Dinge finden, die ihnen Spaß machen und bei denen sie sich selber wahrnehmen können, akzeptieren sie Regeln leichter. Kinder brauchen diesen Orientierungsrahmen, in dem sie sich auch sicher fühlen und eine gewisse persönliche Stärkung erfahren", so Hofmaier.
 
"Mäggie, kannst du mir helfen?"
Von weitem hört man Rufe: "Mäggie, kannst du mir helfen?". Dann kommt Mustafa angerannt und bittet Mäggie Hofmaier mit ihr zu basteln. Auch die Mädchen finden die Idee gut. Die Kinder verschwinden mit Hofmaier im Bauwagen.
Ricarda Wolter, Fotos: SK