"Ein Haufen von Individualisten"
Vor vier Jahren, im Januar 2002, gab es den ersten Kolonie Wedding-Abend: aus einem Dutzend ehemals leer stehender Läden rund um die Prinzenallee wurden in einer Nacht Ausstellungsräume für Malerei, Fotografie, Installationen, Bühnen für Konzerte und Theatervorstellungen. Die Künstler, die ihre Räume von der Wohnungsbaugenossenschaft Degewo mieteten, mussten keine Miete zahlen, sondern nur die Betriebskosten. "Wir waren ein Haufen von Individualisten", erinnert sich die Künstlerin Marlene Jachmann. "Wenn Kolonie Wedding-Tag war, haben wir uns alle vom Fieber anstecken lassen." (Die Künstlerin Jachmann vor der Turnhallenwand der Wilhelm-Hauff-Schule, die sie im Herbst 2005 bemalt hat.)
Image aufpolieren
Quartiersmanager Lukas Born hatte die Idee, mit regelmäßigen Kunstabenden erstens den Leerstand zu bekämpfen und zweitens das Image des Quartiers aufzupolieren. Mittlerweile kommen mehr als 200 Menschen zu den Kolonie Wedding Abenden in den Soldiner Kiez. Der "Haufen von Individualisten" ist seit 2005 ein Verein und managt sich selbst. Marlene Jachmann gehört jetzt zum Vorstand des Vereins und ist überzeugt: "Wir sind immer noch Pioniere." Ein Gespräch.
Image aufpolieren
Quartiersmanager Lukas Born hatte die Idee, mit regelmäßigen Kunstabenden erstens den Leerstand zu bekämpfen und zweitens das Image des Quartiers aufzupolieren. Mittlerweile kommen mehr als 200 Menschen zu den Kolonie Wedding Abenden in den Soldiner Kiez. Der "Haufen von Individualisten" ist seit 2005 ein Verein und managt sich selbst. Marlene Jachmann gehört jetzt zum Vorstand des Vereins und ist überzeugt: "Wir sind immer noch Pioniere." Ein Gespräch.
Foto: Galerierundgang zum Kunstprojekt "Junge Kunst aus Kroatien" im Mai 05
Die Kolonie Wedding hat das Straßenbild verändert. Jeden Monat gibt es kostenlose Ausstellungen und Performances. Bands treten auf. Das sind Anziehungspunkte für junge Leute. Wenn ich heute durch die Straßen laufe, sehe ich mehr junge Gesichter als vor fünf Jahren, als ich in den Wedding kam.
Die Kolonie Wedding hat das Straßenbild verändert. Jeden Monat gibt es kostenlose Ausstellungen und Performances. Bands treten auf. Das sind Anziehungspunkte für junge Leute. Wenn ich heute durch die Straßen laufe, sehe ich mehr junge Gesichter als vor fünf Jahren, als ich in den Wedding kam.
Wir waren am Anfang ein Haufen von Individualisten: ganz unterschiedliche Leute vom Alter und auch vom Anspruch her. Jeder, der bei der Kolonie Wedding mitmachen und einen Laden wollte, hat ihn bekommen. Heute ist die Kolonie Wedding ein Verein. Je selbstständiger wir werden, desto besser müssen wir werden, desto mehr steigen die Anforderungen. In den vergangenen Jahren hatten wir mehrere internationale Austauschprojekte, zum Beispiel mit Prag, Paris, Krakau und Skopje. Wenn wir das, wie geplant, 2006 weiterführen wollen, brauchen wir Sponsoren. Dafür werden die Bewertungskriterien härter. Wer heute bei der Kolonie Wedding mitmachen will, muss eine Mappe schicken, wird eingeladen, und dann entscheiden wir, ob er den Laden bekommt oder nicht. Dadurch gibt es mehr Konkurrenz, aber das ist unsere Überlebenschance. (Foto:Festival "Der helle Wahnsinn, Aug. 05)
Die Kolonie Wedding ist noch ein junger Verein. Wir diskutieren immer noch darüber, wer wir sind, was wir wollen und wie wir funktionieren. Wir brauchen mehr Struktur, wenn wir überleben wollen, und auch mehr Engagement der Künstler. Mit unseren Ausstellungen und internationalen Projekten wollen wir weiter über den Wedding und Berlin hinaus bekannt werden. (Foto: In der Galerie "Arotin art projekts) )
Wir sind kein Kunstverein mit einer gemeinsamen Vision, sondern haben ganz unterschiedliche Auffassungen von Kunst. Wir betreiben keine kommerziellen Galerien, wo es nur darum geht, möglichst viel Geld zu verdienen. Alle, die bei uns einen Projektraum haben, sind selbst Künstler. Einmal im Monat stellen wir aus; den Rest der Zeit ist die Galerie unser Arbeitsraum. Ich selbst möchte keine Top-Galeristin sein. Bei der Kolonie Wedding stelle ich Künstler aus, die ich schätze. Ich erlebe dieses idealistische Umfeld als positiv, da es meine persönliche Arbeit voranbringt. (Foto: in der Galerie "Gad" , Freienwalder Str.)
4 Jahre Kolonie Wedding
27. Januar 2006 ab 19 Uhr
in den Galerien um die Prinzenallee
Lagepläne und Programmkarten liegen in den Galerien aus
Mehr Infos: www.koloniewedding.de









