Ein Hirschgeweih gefällig?

Farbige WC-Deckel, Puppen auf Schaukeln, Hirschgeweihe an den Wänden und batteriebetriebene Kindermotorroller. Uhren, Spielzeugautos, Thermoskannen und rotierende Kugeln, die leuchtend buntes Licht abgeben... Das Angebot im kleinsten Warenhaus vom Kiez, in der Koloniestraße 139 ist unüberschaubar.  Die Inhaberin Heike Raipoots (Foto rechts)  lädt zum Pausieren und Plauschen in der neu eingerichteten Kaffee-Ecke. Danach kann man sich wieder verlieren in den Gängen, neben den Behältern  zwischen den Regalen, vor den Vitrinen .....

Ihre Neueröffnung ist noch nicht lange her?
Seit dem 19. Oktober 2005 haben wir den Laden geöffnet.

Welche Gründe gab es für Sie?
Mein Mann verkauft auf seinem Marktstand das gleiche Sortiment, allerdings keine Second Hand Ware. Wir haben viele Kinder und benötigen darum Einiges. Mit einem Stand schaffen wir es nicht mehr unsere Ausgaben zu decken und eine staatliche Unterstützung gibt es nicht. Wir wollen das auch nicht. ich habe mich hier in der Gegend umgeschaut und bemerkt, dass es keinen vergleichbaren Laden gibt, der so ein buntes Durcheinander anbietet, wie ich es machen wollte. Die Räume hier waren frei und dann ging es los.


Was wird von Ihren Kunden am meisten nachgefragt?
Es ist teilweise etwas durcheinander, aber die Nachfrage nach gebrauchten Kinderfahrrädern ist am größten. Die Kindermotorräder verkaufe ich sehr gut, die werden mit Akku betrieben. Gebrauchte Kinderwagen habe ich kaum zu stehen, da sind sie schon wieder weg. Von den Geschenkartikeln gehen am besten die bunten Aquarien mit den Kunstofffischen, die muss man nicht füttern und nicht sauber machen.


Wie lange leben sie schon hier im Kiez?
Wir sind jetzt das dritte Jahr hier. Vorher habe ich in Lichtenberg gelebt und davor in Jüterborg, eine Kleinstadt in Teltow Fläming.

Wie fühlen Sie sich hier?
Eigentlich habe ich mich vorher nicht so wohl gefühlt, aber seitdem ich den Laden habe, lerne ich viele Leute kennen. Jetzt trifft man sich auf der Straße und hat immer etwas zu plauschen. Der Umgang mit den Leuten hier im Kiez ist sehr locker. Man spricht sich gleich mit "Du" an. So etwas kannte ich vorher gar nicht. 
 
Ihr Mann ist Ausländer?
Ja, er ist Pakistani, und wir haben uns auf einem Marktplatz kennen gelernt. Es ist wirklich ein bisschen Kuddelmuddel gewesen. Ich hatte früher zu Ausländern absolut keinen Kontakt. Für mich war das ein Tabugebiet, und dann hat sich plötzlich alles geändert. Jetzt fahren wir einmal im Jahr nach Pakistan, besuchen die Familie, und es ist wunderbar.


Sie erwähnten vorhin viele Kinder. Wieviele sind es denn?
Sie werden es kaum glauben, aber es sind zwölf.

Oh !
Sehen Sie, ich sagte es. Das Fernsehen war deswegen schon bei uns in der Wohnung, und wir wurden zu mehreren Talk-Shows eingeladen. Es sind neun Mädchen und drei Jungs. Die Älteste ist 23, die Jüngste vier. Drei sind schon verheiratet, zwei sind wieder geschieden - na ja, wie das eben so ist. Enkelkinder habe ich auch schon zwei. Nicht einmal die ausländischen Familien haben noch so viele Kinder.

Was ist eigentlich, wenn alle zusammenkommen?
Chaos !


 
Second Hand
Weisse Rose

Heike Rajpoot
Koloniestraße 139
Tel.: 499 15 848
mail: weisserose64@aol.com




Matthias von Hoff