Kiezstreife ab Oktober unterwegs

Sie sollen die Polizei unterstützen und Ordnungswidrigkeiten aufspüren. Ab dem 1. September sind die Kiezstreifen in neun von zwölf Berliner Bezirken unterwegs. In Mitte werden die neuen Ordnungshüter erst ab Oktober eingesetzt: Wer dann erwischt wird, wie er achtlos Müll und Zigarettenkippen wegwirft oder öffentlich uriniert, muss zahlen
 
Sie tragen Windjacke, Hose und Baseballmütze in dunklem Blau, Gummiknüppel und Pfefferspray nur zur Selbstverteidigung. Die Kiezstreife ist, so steht es weiß auf blau auf ihrer Uniform, dem Ordnungsamt und nicht der Polizei zugeordnet. Die Beamten sind nicht dem großen, sondern dem kleinen Verbrechen auf der Spur: Wer dort grillt, wo es nicht erlaubt ist, wer Zigarettenkippen, Plastikflaschen und Blechdosen achtlos wegwirft, wer in der Öffentlichkeit uriniert, muss ab Oktober auch im Bezirk Mitte und damit im Soldiner Kiez mit saftigen Strafgeldern rechnen, wenn er von der Kiezstreife erwischt wird. Illegales Grillen: 20 Euro. Zigarettenkippen-Wegwerfen: 30 Euro. Müll oder Urinieren: 35 Euro. (siehe Tagesspiegel vom 01.09.04)
 
Wenig Personal
Während in neun der zwölf Berliner Bezirke die Kiezstreifen schon am 1. September ihre Arbeit aufgenommen haben, sind die sieben Beamten für den Bezirk Mitte derzeit noch in Schulung auf der Landespolizeischule. Das sind nicht viele für den gesamten Bezirk, der aus den ehemaligen Teilbezirken Alt-Mitte, Tiergarten und Wedding besteht. Die Beamten werden aus dem Personalüberhang des öffentlichen Dienstes rekrutiert, und "da haben wir nicht so viele Mitarbeiter", sagt Karin Rietz, Pressesprecherin des Bezirksamtes Mitte. Wieviele der neuen Ordnungshüter voraussichtlich ab Mitte Oktober im Kiez patrouillieren werden, weiß noch keiner. "Wir haben immer noch nichts darüber gehört, wer kommen soll", sagt dazu Kriminaloberkommissarin Plöntzke, die unter anderem für den Soldiner Kiez zuständig ist. Die Polizeibeamten sollen zu Anfang gemeinsam mit den Ordnungshütern Streife laufen.
ka