Mehr Schaden als Nutzen!
Zweisprachigkeit bildet. Es lohnt sich, die Muttersprachen zu pflegen. Wer zweisprachig aufwächst, erlernt zum Beispiel weitere Sprachen einfacher. Meine eigenen inzwischen erwachsenen Kinder sind das beste Beispiel dafür: Mein Sohn spricht fünf Sprachen fließend und lernt gerade zwei weitere hinzu. Ich habe mit den Kindern früher nur türkisch gesprochen, meine Frau, die hier aufgewachsen ist, Deutsch.
Die Muttersprachen von den Schulen zu verbannen ist das falsche Signal. Es sagt uns Migranten: "Eure Muttersprachen stören nur". Es verleitet dazu, die Verantwortung für den Spracherwerb der Kinder an Kita und Schule zu delegieren – und zuhause den Fernseher laufen zu lassen. Kinder brauchen aber vor allem die persönliche Ansprache der Eltern, ganz besonders, wenn sie noch klein sind und sprechen lernen. Sie brauchen ihre Muttersprache, egal welche das ist.
Es wäre also notwendig, sich an die Familien zu wenden, und sie bei der Spracherziehung aktiv zu unterstützen. Die AWO macht das in ihrem Projekt HIPPY in Kreuzberg - leider wird das Projekt im Wedding nicht mehr finanziert. Auch die Schulen könnten mehr unternehmen, um den Respekt für die Muttersprachen zu stärken. Auf diesem Gebiet gibt es noch eine Menge zu tun. Mit plumpen Verboten gehen wir einen Schritt zurück – sie kosten zwar nichts, dafür richten sie aber mehr Schaden an, als sie nutzen.
Mustafa Doganay ist Sozialpädagoge im Zentrum für Migration und Integration der AWO, Stettiner Straße 12
Die Muttersprachen von den Schulen zu verbannen ist das falsche Signal. Es sagt uns Migranten: "Eure Muttersprachen stören nur". Es verleitet dazu, die Verantwortung für den Spracherwerb der Kinder an Kita und Schule zu delegieren – und zuhause den Fernseher laufen zu lassen. Kinder brauchen aber vor allem die persönliche Ansprache der Eltern, ganz besonders, wenn sie noch klein sind und sprechen lernen. Sie brauchen ihre Muttersprache, egal welche das ist.
Es wäre also notwendig, sich an die Familien zu wenden, und sie bei der Spracherziehung aktiv zu unterstützen. Die AWO macht das in ihrem Projekt HIPPY in Kreuzberg - leider wird das Projekt im Wedding nicht mehr finanziert. Auch die Schulen könnten mehr unternehmen, um den Respekt für die Muttersprachen zu stärken. Auf diesem Gebiet gibt es noch eine Menge zu tun. Mit plumpen Verboten gehen wir einen Schritt zurück – sie kosten zwar nichts, dafür richten sie aber mehr Schaden an, als sie nutzen.
Mustafa Doganay ist Sozialpädagoge im Zentrum für Migration und Integration der AWO, Stettiner Straße 12






