Mission possible?
Vier Frauen auf einer Mission: Eine "Mission Impossible" soll es nicht sein, aber schwierig ist ihr Unterfangen allemal. Inci Yigit, Siham Najmi, Svetlana Krabel und Hanna-Ruth Metzger sind Integrationslotsinnen. Seit September 2004 sind sie dazu da, Migrantinnen dabei zu helfen, sich besser im deutschen System zurecht zu finden. "Viele der Frauen haben wenig Kontakt zur Außenwelt, beherrschen die deutsche Sprache nicht und wissen auch nicht, wohin sie sich wenden können", erklärt Najmi. Die 49jährige kommt aus dem Libanon, war selbst lange Asylbewerberin und kennt die Schwierigkeiten, die das "Fremdsein" mit sich bringt.
(Foto v.l. Inci Yigit, Hanna-Ruth Metzger, Siham Najmi, Svetlana Krabel)
Eigene Erfahrungen helfen
Genau diese Erfahrungen sollen den Frauen bei ihrer Arbeit helfen. Inci Yigit ist in Deutschland aufgewachsen, ihre Eltern kommen aus der Türkei. Schon seit Jahren hilft die 42jährige den Menschen in ihrem Kiez um die Amrumer Straße bei Übersetzungen, geht mit ihnen zum Amt oder hilft, Unterlagen auszufüllen. Die 38jährige Svetlana Krabel aus Serbien-Montenegro floh 1999 während des Kosovo-Krieges nach Deutschland. "Ich kam allein und habe am Anfang selbst viel Hilfe gebraucht", sagt sie.
(Foto v.l. Inci Yigit, Hanna-Ruth Metzger, Siham Najmi, Svetlana Krabel)
Eigene Erfahrungen helfen
Genau diese Erfahrungen sollen den Frauen bei ihrer Arbeit helfen. Inci Yigit ist in Deutschland aufgewachsen, ihre Eltern kommen aus der Türkei. Schon seit Jahren hilft die 42jährige den Menschen in ihrem Kiez um die Amrumer Straße bei Übersetzungen, geht mit ihnen zum Amt oder hilft, Unterlagen auszufüllen. Die 38jährige Svetlana Krabel aus Serbien-Montenegro floh 1999 während des Kosovo-Krieges nach Deutschland. "Ich kam allein und habe am Anfang selbst viel Hilfe gebraucht", sagt sie.
Raus aus Isolation
In ihren Muttersprachen wollen die Integrationslotsinnen vor allem die Frauen erreichen, die im deutschen System noch relativ isoliert sind. "Wir wollen den Kontakt zwischen den Müttern und den Kitas bzw. den Schulen herstellen", sagt Hanna-Ruth Metzger, die einzige Deutsche im Bunde. Oft haben die Kinder von Migranten weitaus schlechtere Chancen auf eine Ausbildung und einen Ausbildungsplatz, weil sie von vornherein benachteiligt werden. Als Kleinkinder gehen sie oft nicht in den Kindergarten, wo die deutsche Sprache gefördert wird. "Es ist ein Desaster, die Kinder können kein Wort deutsch, wenn sie in die Vorschule kommen", sagt eine Kita-Leiterin. Ohne Deutschkenntnisse fällt das Lernen in den Schulfächern schwer; am Ende steht ein schlechter oder gar kein Schulabschluss – und damit keine Lehrstelle.
(Foto: Integrationslotsinnen bei der Arbeit im Café Esscapade)
Vermitteln zwischen Schule und Eltern
Die Integrationslotsinnen wollen zwischen Kitas, Schulen und Eltern vermitteln, zum Beispiel dann, wenn ein Elternteil nie zum Elternabend kommt oder ein Kind als 12jähriger in eine Vorschulklasse mit 5jährigen gesteckt wird, weil es kein deutsch kann. Im Moment steckt das Projekt jedoch noch in der Anfangsphase. Die Integrationslotsinnen sind dabei, Kontakte zu den Schulen und Kitas aufzubauen.
Hilfe wirklich benötigt
Einzelne Kontakte zu Hilfesuchenden sind bereits zustande gekommen. "Die Frauen reagieren sehr positiv, sie brauchen diese Hilfe wirklich", beschreibt Najmi ihre Erfahrungen. "Hartz IV, Gesundheitsreform, neues Schulgesetz – die Menschen sind nicht darauf vorbereitet", sagt Krabel. Die Integrationslotsinnen schon. Auf 10-Stunden-Basis treffen sie sich jede Woche, studieren neue Gesetze und besprechen, wie sie inhaltlich arbeiten oder an ein bestimmtes Problem herangehen wollen.
Integration wahr machen
Ein weiteres Problem im Kiez, nämlich dass die verschiedenen Migrantengruppen nicht miteinander reden, räumten die vier Frauen in ihrer eigenen Gruppe gleich zu Anfang aus: "Wir reden natürlich auch über unsere verschiedenen Kulturen", sagt Metzger. Die Deutsche soll das bis jetzt auf sechs Monate festgelegte Projekt dokumentieren und Kontakt zu den Behörden halten. In den Ämtern sagt sie, sei Integration bisher nur "ein toller Begriff", der noch weit von der Umsetzung entfernt ist. Bis dahin müssen Yigit, Najmi, Krabel und Metzger es ihnen noch vorleben und versuchen, diejenigen Mütter zu erreichen, die schwer erreichbar sind.
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Das Projekt Integrationslotsinnen wird durch das Quartiersmanagement gefördert mit Mitteln des Programms "Soziale Stadt".
In ihren Muttersprachen wollen die Integrationslotsinnen vor allem die Frauen erreichen, die im deutschen System noch relativ isoliert sind. "Wir wollen den Kontakt zwischen den Müttern und den Kitas bzw. den Schulen herstellen", sagt Hanna-Ruth Metzger, die einzige Deutsche im Bunde. Oft haben die Kinder von Migranten weitaus schlechtere Chancen auf eine Ausbildung und einen Ausbildungsplatz, weil sie von vornherein benachteiligt werden. Als Kleinkinder gehen sie oft nicht in den Kindergarten, wo die deutsche Sprache gefördert wird. "Es ist ein Desaster, die Kinder können kein Wort deutsch, wenn sie in die Vorschule kommen", sagt eine Kita-Leiterin. Ohne Deutschkenntnisse fällt das Lernen in den Schulfächern schwer; am Ende steht ein schlechter oder gar kein Schulabschluss – und damit keine Lehrstelle.
(Foto: Integrationslotsinnen bei der Arbeit im Café Esscapade)
Vermitteln zwischen Schule und Eltern
Die Integrationslotsinnen wollen zwischen Kitas, Schulen und Eltern vermitteln, zum Beispiel dann, wenn ein Elternteil nie zum Elternabend kommt oder ein Kind als 12jähriger in eine Vorschulklasse mit 5jährigen gesteckt wird, weil es kein deutsch kann. Im Moment steckt das Projekt jedoch noch in der Anfangsphase. Die Integrationslotsinnen sind dabei, Kontakte zu den Schulen und Kitas aufzubauen.
Hilfe wirklich benötigt
Einzelne Kontakte zu Hilfesuchenden sind bereits zustande gekommen. "Die Frauen reagieren sehr positiv, sie brauchen diese Hilfe wirklich", beschreibt Najmi ihre Erfahrungen. "Hartz IV, Gesundheitsreform, neues Schulgesetz – die Menschen sind nicht darauf vorbereitet", sagt Krabel. Die Integrationslotsinnen schon. Auf 10-Stunden-Basis treffen sie sich jede Woche, studieren neue Gesetze und besprechen, wie sie inhaltlich arbeiten oder an ein bestimmtes Problem herangehen wollen.
Integration wahr machen
Ein weiteres Problem im Kiez, nämlich dass die verschiedenen Migrantengruppen nicht miteinander reden, räumten die vier Frauen in ihrer eigenen Gruppe gleich zu Anfang aus: "Wir reden natürlich auch über unsere verschiedenen Kulturen", sagt Metzger. Die Deutsche soll das bis jetzt auf sechs Monate festgelegte Projekt dokumentieren und Kontakt zu den Behörden halten. In den Ämtern sagt sie, sei Integration bisher nur "ein toller Begriff", der noch weit von der Umsetzung entfernt ist. Bis dahin müssen Yigit, Najmi, Krabel und Metzger es ihnen noch vorleben und versuchen, diejenigen Mütter zu erreichen, die schwer erreichbar sind.
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Das Projekt Integrationslotsinnen wird durch das Quartiersmanagement gefördert mit Mitteln des Programms "Soziale Stadt".







