Muttersprachen ein Wirtschaftsfaktor

Mehr als 30 verschiedene Muttersprachen in einer einzigen Schule – das ist die Normalität in unserem Kiez. Klar, dass sich die Lehrer für Deutsch auf dem Schulhof einsetzen. Aber wo bleiben die Muttersprachen? Werden sie durch die Schulhof-Debatte in Frage gestellt? Die meisten Zuwanderer haben es doppelt schwer. Sie stammen zumeist aus ländlichen Regionen. Ihr Wortschatz umfasst viele Begriffe, die in der Stadt wenig nützen - und dann noch diese schwierige Sprache Deutsch. Sie sind sprachlich verunsichert und geben das an ihre Kinder weiter.

Mittlerweile werden viele Zeitungen, Radiosendungen und Fernsehprogramme in Berlin in Muttersprachen produziert. Ganze Wirtschaftsbereiche stützen sich auf sie, nicht nur im lokalen sondern auch im internationalen Handel. Muttersprachen sind eben ein Wirtschaftsfaktor.

Christof Schaffelder Foto: Matthias von Hoff