Selbstverständlichkeit oder falsches Signal?

Im Februar machte eine Meldung aus dem Wedding bundesweit Schlagzeilen: Die Herbert-Hoover-Realschule schreibt auch auf dem Schulhof die deutsche Sprache vor. Das öffentliche Interesse war riesig - die Schule war zeitweilig von Journalisten regelrecht belagert.

Attackiert wurde das Verbot der Muttersprachen vor allem von türkischen Verbänden. Der Schulsenator von Berlin, Klaus Böger, stellte sich demonstrativ hinter die Schule. Dabei hatte die Realschule, deren Schwerpunkt auf dem Fach Deutsch liegt, bereits vor einem Jahr auf einer Schulkonferenz die Entscheidung getroffen - mit den Stimmen der Schüler- und Elternvertreter.

Die doppelte Halbsprachigkeit
Auch im Soldiner Kiez stellt sich die Frage, wie wir mit dem Problem der "doppelten Halbsprachigkeit" umgehen sollen. Viele Kinder und Jugendliche sprechen nicht nur unzureichendes Deutsch, sie beherrschen auch ihre Familiensprache nur bruchstückhaft - die Sprachentwicklung ist insgesamt gestört.
 
Die Meinungen sind auch bei uns konträr. Das Thema ist aber sehr wichtig, es berührt eines der grundsätzlichen Aufgabenfelder des Quartiersmanagements. Deshalb haben wir engagierte Personen aus dem Kiez gebeten, ihre Meinung kurz und pointiert darzulegen. Die Debatte wird fortgesetzt.

Christof Schaffelder Foto: Matthias von Hoff