Streitschlichtung
Laute Musik, abgestellter Müll im Treppenhaus, der Lärm von Nachbars Kindern, Hundedreck, Küchengerüche ... es gibt unzählige Gründe, sich mit seinen Nachbarn zu streiten. Seit Herbst 2003 gibt es eine Gruppe von 36 ausgebildeten, ehrenamtlichen Konfliktvermittlern, die dann einspringen können, möglichst bevor der Streit eskaliert. Als unabhängige Dritte gelingt es ihnen nicht selten, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln und eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden. (Foto: Konfliktvermittler im Soldiner Kiez)
Konflikt-Telefon
Unter der Nummer 7476 0671 können sich Hilfesuchende im Quartiersladen auf der Kolonie-straße 129 melden. Ein Konfliktvermittler wird dann zurückrufen, um einen Termin zu verein-baren. In einem ersten Gespräch treffen die Konfliktvermittler, auch Mediatoren genannt, beide Konfliktparteien getrennt und lassen sich die Situation aus deren jeweiliger Sicht schildern. Alle Konflikte werden übrigens streng vertraulich behandelt, auch die Hilfesuchenden bleiben anonym.
Perspektive wechseln
"Manchmal reicht dieses erste Gespräch schon aus", sagt Ines Grzyb, die für die Organisation und Betreuung des Mediationsprojekts zuständig ist. Die Mediatoren hören nicht nur zu, sie regen auch an, den Fall einmal mit den Augen der "gegnerischen" Partei zu sehen – und das hilft oft. Andererseits gebe es auch Fälle, in denen eine Partei sich nicht zu einem Treffen mit einem Konfliktvermittler bereit erkläre, oder bereits eine Anzeige bei der Polizei erstattet habe, sagt Mediatorin Nicola Boelter.
Zentraler Anlaufpunkt
Genau hier will Ines Grzyb aktiv werden. Die Präventionsbeauftragten der Polizei sollten von dem Angebot der Mediatoren wissen und gegebenenfalls darauf hinweisen. Auch mit anderen Initiativen im Kiez sollten sich die Konfliktvermittler laut Grzyb stärker vernetzen. "Wir haben festgestellt, dass unter dem Konflikt mit den Nachbarn oft weitaus tiefer liegende Probleme liegen, die wir mit Mediation gar nicht lösen können", sagt sie. Da stünden Diskriminierung, Religionskonflikte, Ausgrenzung, soziale Schwierigkeiten im Raum – eigentlich Felder der Sozialarbeit. Deshalb wollen die Konfliktvermittler einen ersten Anlaufpunkt einrichten. Dort wird den Konfliktparteien die eine oder andere Beratungsstelle im Kiez empfohlen, die bei solchen Problemen weiterhelfen kann.
Auch für Migranten
"Es ist erschreckend, wie viel Hilfe jemand eigentlich braucht", beschreibt Grzyb ihre Erfahrungen. Für die fremdsprachige Bevölkerung im Kiez gibt es Mediation auf türkisch, kurdisch, arabisch, Hindi, Urdu, Panjabi, Bengali und englisch. Die Konfliktvermittler sind oft selbst Migranten, die den kulturellen Hintergrund der Menschen kennen. Aber auch deutsche Mediatoren können die Brücke zu Migranten schlagen; die Unterschiede müssen nicht immer so groß sein. "Wenn ich etwas von mir erzähle, zum Beispiel dass ich selbst fünf Kinder habe, ist das Eis schnell gebrochen", sagt Ines Grzyb. "Dann sprudelt es nur so aus den Leuten heraus."
Konflikt-Telefon
Unter der Nummer 7476 0671 können sich Hilfesuchende im Quartiersladen auf der Kolonie-straße 129 melden. Ein Konfliktvermittler wird dann zurückrufen, um einen Termin zu verein-baren. In einem ersten Gespräch treffen die Konfliktvermittler, auch Mediatoren genannt, beide Konfliktparteien getrennt und lassen sich die Situation aus deren jeweiliger Sicht schildern. Alle Konflikte werden übrigens streng vertraulich behandelt, auch die Hilfesuchenden bleiben anonym.
Perspektive wechseln
"Manchmal reicht dieses erste Gespräch schon aus", sagt Ines Grzyb, die für die Organisation und Betreuung des Mediationsprojekts zuständig ist. Die Mediatoren hören nicht nur zu, sie regen auch an, den Fall einmal mit den Augen der "gegnerischen" Partei zu sehen – und das hilft oft. Andererseits gebe es auch Fälle, in denen eine Partei sich nicht zu einem Treffen mit einem Konfliktvermittler bereit erkläre, oder bereits eine Anzeige bei der Polizei erstattet habe, sagt Mediatorin Nicola Boelter.
Zentraler Anlaufpunkt
Genau hier will Ines Grzyb aktiv werden. Die Präventionsbeauftragten der Polizei sollten von dem Angebot der Mediatoren wissen und gegebenenfalls darauf hinweisen. Auch mit anderen Initiativen im Kiez sollten sich die Konfliktvermittler laut Grzyb stärker vernetzen. "Wir haben festgestellt, dass unter dem Konflikt mit den Nachbarn oft weitaus tiefer liegende Probleme liegen, die wir mit Mediation gar nicht lösen können", sagt sie. Da stünden Diskriminierung, Religionskonflikte, Ausgrenzung, soziale Schwierigkeiten im Raum – eigentlich Felder der Sozialarbeit. Deshalb wollen die Konfliktvermittler einen ersten Anlaufpunkt einrichten. Dort wird den Konfliktparteien die eine oder andere Beratungsstelle im Kiez empfohlen, die bei solchen Problemen weiterhelfen kann.
Auch für Migranten
"Es ist erschreckend, wie viel Hilfe jemand eigentlich braucht", beschreibt Grzyb ihre Erfahrungen. Für die fremdsprachige Bevölkerung im Kiez gibt es Mediation auf türkisch, kurdisch, arabisch, Hindi, Urdu, Panjabi, Bengali und englisch. Die Konfliktvermittler sind oft selbst Migranten, die den kulturellen Hintergrund der Menschen kennen. Aber auch deutsche Mediatoren können die Brücke zu Migranten schlagen; die Unterschiede müssen nicht immer so groß sein. "Wenn ich etwas von mir erzähle, zum Beispiel dass ich selbst fünf Kinder habe, ist das Eis schnell gebrochen", sagt Ines Grzyb. "Dann sprudelt es nur so aus den Leuten heraus."






