Trampolin für den Spielplatz

Bei dem Wettbewerb "Unser Platz zum Spielen" des Milchprodukteherstellers Campina haben die Kinder des Kinder- und Stadtteiltreffpunktes frisbee gewonnen. Mit ihren 5000 Euro Preisgeld wollen sie ein neues Spielgerät aufstellen. Im Wettbewerb standen 200 Spielplätze in Berlin und Brandenburg, die sich mit ihrem Konzept für eine Verbesserung der Spielsituation beworben haben. Entscheidend bei dem Entschluss der Jury für frisbee war, dass die Kinder Verantwortung für das neue Spielgerät übernehmen  und an der Neugestaltung des Spielplatzes mitwirken wollen.
 
Schmutz stört
"Als wir die Zusage für die 5000 Euro hatten, musste plötzlich alles ganz schnell gehen", berichtet Tanja Haubt, momentan Leiterin des frisbee. Sofort wurden die Kinder des Treffpunkts und aus der Umgebung zu einem Ideenworkshop eingeladen. "Erst haben wir uns mit den Kindern noch einmal das Gelände angeschaut und darüber gesprochen, was verbessert werden könnte", erzählt Haubt weiter. Da wären Spielgeräte, die reparaturbedürftig seien. Was die Kinder am meisten stört, ist jedoch der Schmutz: Auf dem Spielplatz treffen sich Alkoholiker und Obdachlose. Zigarettenkippen, Bierflaschen und Scherben liegen auf dem Boden. Einige Obdachlose urinieren in die Büsche. Hunde werden dort ausgeführt und hinterlassen ihr Häufchen. Schon die Spielplatzsheriffs, Kinder des frisbee, die seit August 2003 mit Stift, Papier und Fotoapparat gewappnet Missstände auf den Spielplätzen des Kiezes aufdecken, haben den Platz zwischen der Drontheimer und der Koloniestraße als den problematischsten eingestuft. (Foto: Kinder auf dem Spielplatz)

Idee: Trampolin
Das soll sich jetzt ändern. Nach der Spielplatzbe-sichtigung gab es einen Ideenworkshop. Dort  haben die Kinder Modelle der von ihnen gewünschten Spielgeräte gebaut. Am Ende wurde in der Gruppe darüber abgestimmt. Das Ergebnis: Ein Trampolin soll es sein, und kein so kleines, so dass auch größere Kinder darauf spielen können. "Um das Trampolin könnte man Gummi oder zumindest etwas Weiches in den Boden einbauen, so dass sich hier keiner verletzt", sagt Meral Uyar, die für die mobile Spielplatzbetreuung der frisbee-Kinder zuständig ist. Der Vorschlag ist nun an Campina weitergeleitet worden und soll bald umgesetzt werden. Das Bezirksamt Mitte hat  zudem versprochen, frischen Sand auf den Platz zu schütten und die kaputten Spielgeräte zu reparieren. Wenn es dann soweit ist, wollen sich die Kinder an der Neugestaltung ihres Spielplatzes beteiligen. (Foto: Das Trampolin-Modell)
 
Für Berlin und Brandenburg
Der Spielplatz zwischen der Drontheimer und der Koloniestraße wird täglich von 40-50 Kindern genutzt. Neben den Kindern des frisbee haben auch Bewerber für einen Spielplatz in Berlin-Reinickendorf und einen Platz in Moabit bei dem Wettbewerb ein Preisgeld gewonnen. Campina stellt 2004 50.000 Euro insgesamt zur Verfügung, von denen zehn Spielplätze, davon sechs in Berlin und vier in Brandenburg, besser gestaltet werden sollen.

ka, Fotos: frisbee