Welch eine Aufregung um Selbstverständlichkeiten!

Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Eltern unserer Schule den Kindern eine echte Chance in dieser Gesellschaft  zu erarbeiten. Dazu benötigen sie Sprachfähigkeit. Darin sind sich alle einig.
 
Die Schüler/innen in unserem Kiez sind Halbsprachler - in ihrer Muttersprache und in Deutsch. Sie können auf kein funktionierendes Sprachmuster aufbauen, sie sind keine Kinder des Bildungsbürgertums, die in ihren Familien sprachlich und sozial ganz andere Vorbilder haben! (Foto: Christine Frank-Schild bei der Eröffnung einer Vernissage "Kiezcomics" in der Carl-Kraemer-Grundschule)

Es sind die Kinder dieses Kiezes, die unsere Unterstützung und Fürsprache brauchen. Unter diesen Kindern haben einige große Begabungen, die aber unter der Sprachunfähigkeit schlummern. Unsere Aufgabe ist es,  mit allen Möglichkeiten die individuellen Fähigkeiten der Kinder zu fördern. Das alles geht aber ohne eine konsequente Sprachvermittlung nicht! Zur Sprachvermittlung gehört auch das Sprechen - über das Sprechen lernt man eine Sprache. Nur wenn wir miteinander in einer gemeinsamen Sprache sprechen, können wir den Kindern helfen, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern.
 
Deswegen müssen wir darauf bestehen, dass diese Kinder die Sprache des Landes, in dem sie leben und arbeiten wollen, als die Begegnungssprache in der Schule sprechen. Wir haben Kinder aus 33 Nationen an unserer Schule. Wir möchten, dass wir uns alle verstehen, dass keiner ausgeschlossen wird und jeder die Chance hat sich verbal mit dem anderen auseinanderzusetzen.

Christine Frank-Schild ist Schulleiterin der Carl-Kraemer-Grundschule in der Zechliner Straße 4




Christine Frank-Schild Foto: Matthias von Hoff