10 Jahre Quartiersmanagement im Soldiner Kiez

 
Eine Bilanz für zehn Jahre Quartiersmanagement-Arbeit im Soldiner Kiez? Das Forum Soldiner Kiez lud am Samstag zur Diskussionsrunde ein, die von Thomas Kilian eröffnet wurde. Der Kiezforscher beschrieb die hohen Erwartungen und die hohen Ansprüche, die an das Programm „Soziale Stadt“ gestellt wurden – was davon ließ sich erfüllen, wo sind die sichtbarten Erfolge?

Petra Patz-Drüke vom Bezirksamt Mitte, dort Beauftragte für Stadtteilmanagement, umriss für die anwesenden Gäste die Geschichte von Quartiersmanagement und betonte, dass der Bezirk Mitte seit 2005 als erster eine Vereinbarung zwischen Senatsverwaltung und Bezirk traf, die die Quartiersräte zu Mitbestimmern bei der Mittelvergabe machte. Zu Beginn der Arbeit des Quartiersmanagements ging es hauptsächlich um bauliche Maßnahmen, um nicht zuletzt zu zeigen, dass hier etwas passiert. Später folgten inhaltliche Projekte, die Bildung sowie Kinder- und Jugendförderung in den Vordergrund rückten.

Die Diskussion, erfreulich sachbezogen, berührte viele Punkte. Petra Patz-Drüke wies auf die aktuelle Herausforderung hin, die vom Programm „Soziale Stadt“ gewünschte Verstetigung der Projekte durch eine Regelfinanzierung durch den Bezirk zu gewährleisten. Mit einem Haushalt, der mit „pleite“ nur annähernd beschrieben ist, scheint das unmöglich. So kommt es zurzeit, gerade im Jugendbereich, mehr und mehr dazu, dass Einrichtungen, die vom Bezirk geschlossen werden, durch eine „Anschubfinanzierung“ über das Programm „Soziale Stadt“ wieder belebt werden. Dass dies allein nicht genügt, liegt auf der Hand.

Auch die aktuellen Bestrebungen der Senatsverwaltung, eine neue Geschäftsordnung für die Quartiersräte zu formulieren, wurde diskutiert – schließlich waren Akteure des Soldiner Kiezes anwesend, die sowohl als Quartiersräte als auch als Projektträger Erfahrungen haben. Kerstin Kaie, Projektleiterin der Image-Kampagne Soldiner Kiez, äußerte Befremden dem Plan gegenüber, im Quartiersrat künftig keine Projektnehmer mehr zu haben. Es gäbe ja schließlich, so auch Brigitte Lüdecke (Gewerbeförderung), immer nur einige Menschen, die sich überhaupt interessierten und engagierten. Natürlich seien da Personalunionen nicht zu vermeiden. Für eine „Selbstbedienungsmentalität“, wie von politischer Seite derzeit vorgeworfen, sahen die Anwesenden im Soldiner Kiez keinerlei Substanz.

Als Erfolg für die Arbeit des Quartiersmanagements wurde die am Samstag ja ebenfalls sichtbare Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern am Geschehen in ihrem Stadtteil betrachtet. Alle waren sich einig, dass gerade die Diskussion, das Mitentscheiden, ein zentraler Wert im Rahmen der gemeinschaftlichen Bemühungen sind. Katja Niggemeier, Leiterin des Quartiersmanagements Soldiner Straße, wies auf die Ämterrunden hin, die den Soldiner Kiez ämterübergreifend betrachten. Hier könnte sie sich vorstellen, dass eine frühere Kommunikation zwischen Fachämtern und Quartiersräten die Entscheidung für Projekte und die Diskussionen über Inhalte sicher erleichtern könnten.



Wenn Sie sich für das Thema „10 Jahre QM im Soldiner Kiez“ interessieren, lesen Sie hier ein Interview mit Kerstin Rietz, seit zehn Jahren im Bezirksamt Mitte für die Quartiersmanagement-Gebiete Soldiner Straße und Pankstraße zuständig, und Reinhard Fischer, langjähriger Leiter des Quartiersmanagements Soldiner Straße.

Stand: 22.02.2010   Autor: mg. / Kiezmentorin / Bild Logo QM Soldiner Straße


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